HARALD SERAFIN

Biographie


Harald Serafin, (geb. 24.12.1931) ist österreichischer Kammersänger, Professor und war 20 Jahre Intendant der Seefestspiele Mörbisch.

Lebenslauf:
Nach ersten Engagements in St.Gallen, Bern, Aachen und Ulm holt ihn der damalige Direktor des Opernhauses, Prof. Hermann Juch, ans Opernhaus Zürich. Anläßlich der Züricher Juni-Festspiele singt er die Hauptpartie in der Oper "Madame Bovary"; seine Partnerin ist Anneliese Rothenberger.
Durch eine TV-Aufzeichnung von Madame Bovary wird man in Wien auf ihn aufmerksam. Somit ist es letztendlich ein Wiener, der berühmte Regisseur und Schauspieler Otto Schenk, der Serafins spezielles Talent erkennt, seiner Karriere den richtigen Weg weist und ihn zu dem Typ formt, der ihn berühmt gemacht hat: Der singende Bonvivant der Operette.

Serafin lernt Otto Schenk in Zürich kennen. Schenks Inszenierung der "Fledermaus" mit Serafin in der Rolle des "Eisenstein" ist der Wendepunkt in Serafins künstlerischer Entwicklung. Er singt die Partie weltweit und im Sommer 1977 an der Staatsoper Wien.
Der darauffolgende Erfolg von Schenks Inszenierung der "Lustigen Witwe" am Opernhaus in Frankfurt mit Serafin als "Danilo" (mit der großen Anja Silja als Partnerin) weist ihm seinen zukünftigen Weg. Mit seiner Darstellung des Danilos schreibt Serafin Operettengeschichte:

Er singt diese Partie über 1700 Mal und wird damit weltweit bekannt.

"Jede Zeit hat seinen Danilo, der unsrige heißt ab heute Serafin", meinte damals Dr. Gotthard Böhm in "Die Presse Wien".

Die "New York Times" bezeichnet ihn als den "Walter Matthau der Wiener Operette". Ginger Rogers meinte in London nach einem Konzert, Serafin sei "ein wienerischer Maurice Chevalier".
Jerome Savary bestand auf die Besetzung Serafins als "Raul" in "Pariser Leben" in Frankfurt und als "Danilo" in seiner Inszenierung der "Lustigen Witwe" an der Volksoper in Wien. Serafin wird so zum "Danilo" vom Dienst. Er nimmt die Operette sehr ernst.

Es folgen viele Auftritte in populären Fernsehsendungen in Großbritannien ("Stars on Sunday"), in New York ("Hello America"), als singender Moderator in ZDF, ARD und ORF ("Dalli, Dalli", "Erkennen Sie die Melodie", "Sonntagskonzerte", "Blauer Bock-Sendungen", oftmals Gast bei Heinz Conrads). Außerdem produziert Serafin im ZDF/ORF/SRG "Opernball", "Schöne Helena", "Feuerwerk", "Boccacio", "Zigeunerbaron", "Weißes Rössl". Es folgen Schallplattenaufnahmen, wie beispielsweise "Verliebt in Wien", "Da geh ich zu Maxim", "Lustige Witwe" und "Bel Ami".

1989 muss sich Serafin einer Stimmbandoperation unterziehen und beschließt, danach, nicht mehr zu singen.

Er übernimmt 1992 als erfahrener Mann der Operette die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch. Mit großem Eifer und Enthusiasmus macht er in den Jahren seiner Intendanz die Seefestspiele weltweit zum "Mekka der Operette".

Er entdeckt und entwickelt seinen durch Talent und Erziehung geprägten PR- und Geschäftssinn und verleiht dadurch den Seefestspielen nicht nur im künstlerischen, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich neue Impulse. Groß angelegte Umbauten und Erweiterungen des Festspielgeländes und der Tribüne für 6200 Besucher, Perfektionierungen im technischen Bereich der Licht- und Tonanlage und das Gespür für schöne Stimmen und attraktive Darsteller bringen den Seefestspielen Mörbisch Jahr für Jahr neue Besucherrekorde. In den vergangenen Jahren kamen jeden Sommer über 220.000 Besucher nach Mörbisch. Damit sind die Seefestspiele zum weltweit größten und erfolgreichsten Operettenfestival geworden.

Auch als Schauspieler wurde Harald Serafin populär. Sein jahrzehntelanger Mentor Otto Schenk holte ihn an die Kammerspiele Wien für das Boulevard-Stück "Trau keinem über 60" (von Gunther Beth). Auch hier kann er sein angeborenes Talent für Komik voll ausspielen. Das Stück entwickelt sich zum Kassenschlager. Danach folgten Theaterstücke wie: "Der Mann, der sich nicht traut" von Curth Flatow, "Nur keine Tränen, Liebling!" von Carroll Moore ,
"Der Neurosenkavalier" von Gunther Beth, "Beste Freunde" von William Douglas Home sowie "Moral" von Ludwig Thoma. Alles große Erfolge an den Wiener Kammerspielen - bei Presse und Publikum.

Von Oktober 2008 bis Mai 2009 stand er im Volkstheater gemeinsam mit Peter Weck unter der Regie von Michael Schottenberg in "Sunny Boys" auf der Bühne.

Regelmäßig trat er auch bei seinen Seefestspielen Mörbisch auf, z.B. als "Baron Zeta" in "Die Lustige Witwe" ,als "Baron Basil Basilowitsch" in Lehárs "Der Graf von Luxemburg", als "Fürst Ypsheim-Gindelbach" in "Wiener Blut" von Johann Strauß unter der Regie von Oscar-Preisträger Maximilian Schell. Weitere Rollen: Dr. Pickering in "My Fair Lady" mit Michael Maertens als Prof. Higgings, sowie den Gefängnisdirektor Frank in "Die Fledermaus" in seinem Abschiedsjahr 2012, nach 20 Jahren Intendanz der Seefestspiele Mörbisch.

Sein Sohn Daniel, mit dem er mehrfach auf der Bühne stand, ist für ihn einer der wichtigsten Unterstützer und Mitdenker bei der Bewältgung seiner Aufgaben. Daniel selbst hat sein Gesangsstudium mit dem "Master of Arts" abgeschlossen und singt an diversen Opernhäusern.

2012 war Harald Serafin in der Opera National de Paris, in "Die Lustige Witwe" unter der Leitung von Maestro Asher Fish, Bo Skovhus als Danilo und Susan Graham als Witwe, als Baron Zeta zu sehen.